Grundschule


1 GRUNDSÄTZLICHES

1.1
Die Evangelische Schule Neukölln (ESN) als öffentliche Schule in freier Trägerschaft

Die Evangelische Schule Neukölln ist eine staatlich anerkannte Schule in freier Trägerschaft.
De
r Schulträger ist die Schulstiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Die ESN leistet mit den anderen evangelischen Schulen einen eigenständigen Beitrag zur öffentlichen Verantwortung für Bildung und Erziehung.

Die Personalkosten und ein Teil der Schulmittel werden vom Lande Berlin bzw. vom Bezirk Neukölln (re)finanziert.
Das
Schulgeld wird einkommensabhängig erhoben und liegt zwischen 45,00 Euro und 150,00 Euro. Erlass und Ermäßigung sind möglich.

1.2
Die ESN als evangelische Schule

Die ESN hat teil an dem pädagogischen und diakonischen Handeln der Kirchen, das sich auf das Evangelium von Jesus Christus gründet. Sie orientiert sich vor allem an christlicher Überlieferung in Bibel und Geschichte und weiß sich der fortwirkenden Reformation evangelischer Prägung verpflichtet. Sie trägt dazu bei, "dass Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern zu einem am christlichen Glauben orientierten Lebensverständnis finden, das zur Annahme der eigenen Person, zur Offenheit im Umgang mit anderen Menschen, zur Toleranz gegenüber Andersgläubigen und zu verantwortlichem Handeln in Kirche und Gesellschaft führt." ( § 1 (3)Kirchliches Schulgesetz vom 4. November 2005)

Dieser Beitrag schließt notwendigerweise ein, dass die ESN das ökumenische und interkulturelle Gespräch sucht und offen ist auch für die Aufnahme von interessierten Christen anderer Konfession und Nichtchristen. Die ESN stellt sich in ihrer Grund- und Gesamtschule als Angebot für alle Schüler und Schülerinnen dar, unabhängig von ihrem Leistungsvermögen. Allen sollen die gleichen Bildungschancen gewährt werden. Dazu werden immer wieder Versuche unternommen, offenen oder fächerübergreifenden Unterricht durchzuführen, sich an einer ganzheitlichen Pägagogik zu orientieren und das eigenständige Denken, Fühlen und Handeln der Schüler und Schülerinnen in Arbeit, Spiel und Feier zu fördern.

Das christliche Profil der ESN zeigt sich vor allem in der Teilnahme am verbindlichen Religionsunterricht, an Andachten und Gottesdiensten und in der Möglichkeit,
ethische Probleme auf dem Hintergrund christlicher Tradition in jedem Fach aufzunehmen und zu diskutieren.


1.3
Die Grundschule der ESN

Die Grundschule der ESN ist eine offene Ganztagsschule.
Mit der Frühbetreuung von 6.00 Uhr bis 7.30 Uhr beginnt für einige Schüler der Schulalltag. Anschließend folgt die VHG, die den Eltern eine verlässliche Unterrichts- und Betreuungszeit bis 13.35 Uhr gewährleistet.

07.30 - 08.00 Uhr     Aufsicht
08.00 - 09.35 Uhr     1. Unterrichtsblock (kl. Frühstück)
09.35 - 09.55 Uhr     Bewegungspause
09.55 - 11.35 Uhr     2. Unterrichtsblock mit Freiarbeit
11.35 - 11.55 Uhr     Bewegungspause
11.55 - 13.35 Uhr     3. Unterrichtsblock mit freiem Spiel und                                  Mittagessen

Für Kinder, die eine Ganztagsbetreuung benötigen, stehen die Erzieher/innen, die vormittags wie nachmittags arbeiten, bis 18.00 Uhr zur Verfügung.

Die Schüler der Klassen 1-3 werden ab dem Schuljahr 2008/09 in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen unterrichtet (JüL).
In jeder der sechs JüL- Klassen (JüL A Störche, JüL B Eulen,
JüL C Buntspechte, JüL D Pinguine, JüL E Raben, JüL F Schwalben) befinden sich 24 Schüler. Die Klassen sind etwa anteilsgleich aus Erstklässlern, Zweitklässlern und Drittklässlern zusammengesetzt. Dies bietet viele Vorteile:
- Die Lerngruppe entspricht einer „Geschwisterstruktur“. Die   Kinder lernen von Anfang an, dass sie nicht gleich sind in   ihren Kenntnissen und Fähigkeiten und lernen an den neu   hinzukommenden Kindern, dass sich ihre Kenntnisse und   Fertigkeiten verbessern.
- Die Kinder, die langsamer lernen, haben die Möglichkeit, die   drei Jahre in dieser Lerngruppe auf vier Jahre auszudehnen,   ohne dass ihnen dieses zusätzliche Schuljahr auf die 10   Pflichtschuljahre angerechnet wird.
- Schüler, die schneller lernen, können ein Schuljahr   überspringen.
- Die Lernmaterialien umfassen ein differenziertes Angebot für   mehrere Leistungsstufen.
  Dadurch gibt es mehr Auswahlmöglichkeiten, das   Lernangebot wird vielfältiger, anspruchsvoller und   interessanter und die Kinder können in Teilbereichen   anspruchsvoller arbeiten während sie in anderen Bereichen   altersgerecht voranschreiten.
- Regeln und Rituale werden von den älteren Kindern an die   jüngeren Schüler vorgelebt und so leichter angenommen.
- Das soziale Miteinander der Schüler wird untereinander   lebendiger und vielfältiger. Die Hilfestellungen werden   zahlreicher und selbstverständlicher, nicht nur der Lehrer ist   Helfer.
- Die Jahrgangsgruppe arbeitet konstanter, denn 2/3 der   Klasse bleiben immer bestehen.
  Dies sind nur einige Vorteile, die das jahrgangsübergreifende   Lernen bietet.
  
Innerhalb von Teilungsstunden werden Kinder der einzelnen Leistungsgruppen auch getrennt von den anderen unterrichtet, z.B. um neue Lerninhalte vorzustellen.
Die Erzieher und Erzieherinnen, die auch in unserem angeschlossenen Hort mit den Kindern arbeiten, unterstützen im Laufe des Vormittags die Unterrichtsarbeit.
Schüler und Schülerinnen mit Lese- und Rechtschreibschwäche können durch eine Kontaktlehrerin besondere Förderung erhalten.
Für alle Erstklässler und später aufgenommene Schüler/innen gilt das im Schulvertrag festgelegte Probehalbjahr.

1.4
Aufnahme in die Grundschule

Vorherige Elterngespräche und eine Spielstunde mit den Schulanfängern werden durchgeführt. Aus allen Anmeldungen erfolgt nach bestimmten Kriterien die Auswahl von ca. 52 Schüler und Schülerinnen. Geschwisterkinder und Kinder von Ehemaligen werden in der Regel vorgezogen. Aktivitäten der Eltern und/oder des Kindes in einer Kirchengemeinde und Empfehlungen von Pastoren/innen oder Erziehern/innen bestimmen die Aufnahme im positiven Sinne. Die Nichtzugehörigkeit zur evangelischen Kirche bedeutet nicht von vornherein die Nichtaufnahme.

2 E I N Z E L H E I T E N

2.1
Stundentafel

Die Stundentafel entspricht derjenigen der öffentlichen Schulen. Die einzige Ausnahme bildet der Religionsunterricht als zweistündiges Pflichtfach in allen Klassenstufen.

2.2
Beurteilungen

In der Regel werden in den Jül-Klassen verbale Beurteilungen erteilt.

2.3
Besonderheiten

Ab der 3. Klasse wird mit dem Englischunterricht begonnen.
Arbeitsgemeinschaften (Chor, Instrumental-AG ) können am frühen Nachmittag besucht werden.
Eine gezielte Förderung aller Schüler/innen entsprechend ihren Möglichkeiten wird in den Klassen 4, 5 und 6 durch Binnendifferenzierung erreicht.
Es werden Andachten (JüL-Klassen, Klasse 4-6) in der Schule und Gottesdienste (Einschulung, Reformationstag, Buß- und Bettag, Weihnachten und Ostern) in den umliegenden Kirchen unter Mitwirkung der Schüler gefeiert.
Klassenfahrten finden statt.
Exkursionen, Projekttage, Wandertage, Sportfeste, Hockey-Turniere und Theaterbesuche ergänzen den Unterricht.
Eine schulinterne Ausbildung und Arbeit als Konfliktlotse/ Konfliktlotsin ist möglich.
Regelmäßig finden Klassenratsstunden, Klassensprecher-versammlungen und Grundschulversammlungen statt. Die Grundschüler lernen Verantwortung für die Kinder in der Gruppe sowie für ihre Interessen und Belange zu übernehmen. Schüler/innen mit besonderen mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten erhalten durch eine Kontaktlehrerin spezielle Förderung.
Näheres erfahren Sie hier.

2.4
Übergang in die Oberschule

Alle Schüler und Schülerinnen haben die Möglichkeit, nach der 6. Klasse die Integrierte Sekundarschule der ESN als Fortsetzung ihrer Schullaufbahn zu wählen. Für die Erziehungsberechtigten der Schüler und Schülerinnen der Klassen 6 findet eine Informationsveranstaltung über den Aufbau und die Bildungsmöglichkeiten in der Sekundarstufe I (Klassen 1-10) und der Gymnasialen Oberstufe statt.
Der Klassenlehrer/Die Klassenlehrerin fertigt bis zur vierten Unterrichtswoche im zweiten Schulhalbjahr nach Rücksprache mit den Fachlehrern/innen ein Gutachten über jeden Schüler und jede Schülerin an, das eine Empfehlung für den Übergang in einen der Oberschultypen enthält.



10.12.2011