| 
Einführung für die Argonauten
Wir
haben in unserem WUVKurs Theater uns ein Stück
ausgesucht, das attraktiv erschien,- weil es Stoff
der 5. und 6. Klasse ist;
weil Griechenland im August Austragungsort der olympischen
Spiele ist und weil der Film Troja Schlagzeilen
macht. Wir möchten euch mit den Argonauten sozusagen
die Vorgeschichte von Troja erzählen.
Viele der griechischen Helden zog es weit über
das ägäische Meer bis ins Schwarze Meer,
wo sich das Königreich der Kolcher befand. Athene,
die Schutzgöttin der Griechen, begleitete sie
und half beim Bau ihres Schiffes, der Argo. Was sie
bei den Kolchern erlebten, wollen wir euch gleich
zeigen. In 8 WUV Montagen haben wir geprobt und gelernt,
dass wir nicht perfekt sind, mögt ihr uns verzeihen.
Noch einen Hinweis: Das griechische Theater war ein
Halbrund unter freiem Himmel. Es spielten nur Männer.
Sie gingen auf Stelzen und trugen Masken. Die Akustik
war hervorragend trotz der vielen Zuschauer. Das griechische
Theater arbeitete mit einem Chor. Er begleitete das
Spiel und gab Hinweise und Einschätzungen allgemeiner
Art.
Wir wünschen euch nun viel Spaß
Vorhang auf für die ARGONAUTEN!

Vorspiel
Chor:
Athen, Athen, die Stadt der Spiele,
wo im August der Völker viele
zusammen sind zu Kampf und Sport,
war auch der Dichter Wettstreit Ort.
So wollen wir euch heute zeigen,
wie nach der Sage dunklem Reigen
die Griechen zogs ins Schwarze Meer
zum Goldnen Vlies mit Helm und Speer.
Chorführer: Doch seht, hier kommt schon Pelias,
der seinen Neffen Jason hasst. (Chor ab)
Szene
(Pelias, Jason, Athene)
(Pelias liegt Obst essend auf Sofa o.ä.)
Pelias : Nun, Neffe, was führt dich zu mir?
Jason : Ich verlange mein Recht.
Pelias: So, so, und was wäre dein Recht?
Jason: Das weißt du genau. Du hast meinen Vater
erschlagen und die Macht an dich gerissen. Wenn ich
nicht versteckt von Choris aufgezogen worden wäre,
hättest du mich sicher auch schon vernichtet.
Jetzt verlange ich von dir die Königskrone, das
ist mein Recht.
Pelias: So, so, nicht schlecht, junger Mann, ganz
so heißblütig wie mein Bruder!
Jason: Das ist keine Antwort!
Pelias: So höre: Ich will dir dein Recht nicht
bestreiten, aber du sollst es dir verdienen. In Kolchis,
am östlichen Ufer des Schwarzen Meeres, lebt
König Aietes. Auf der Flucht rettet sich einst
der griechische Königssohn Phryxus mit dem Goldenen
Vlies zu ihm. Das Goldenen Vlies ist das vergoldete
Fell eines göttlichen Widders. Aietes missachtete
das Gastrecht, ließ Phryxus ermorden und nahm
das Vlies an sich. Er versteckt es in einem Großes
Baum und lässt es von einer gefährlichen
Schlange bewachen. Hole den Griechen das Vlies zurück
und du wirst unser König. Dies ist mein Versprechen.
( Pelias ab)
Jason: Unerhört, unglaublich, unverschämt,
der Alte hofft, dass ich bei der Expedition draufgehe.
Doch er soll mich kennen lernen. Athene, meine Schutzgöttin
der Weisheit, der Künste und des Schiffsbaus,
wird mir helfen. Athene! Athene!
Athene: Was verlangst du, Jason?
Jason: Ich brauche deinen Schutz und deine Hilfe für
die Rettung des Goldenen Vlieses.
Athene: Fahrt mit 50 tapferen Gefährten gen Osten,
dort ist das Land des Sonnenaufgangs. Beim Schiffsbau
will ich euch behilflich sein. Nennt euer Schiff Argo,
das heißt: die Schnelle. Der Mast eurer Argo
wird euch den Weg weisen. Viel Glück!
Jason: Dank sei dir, Athene, ich werde deinen Plan
befolgen! ( beide ab) Vorhang zu
Szene
Chor: Gefahren mussten die Helden bestehen, vorm Vorhang
viele von ihnen sollten vergehen,
viele an fremden Ständen verweilen,
manche nur konnten nach Kolchis eilen. (Chor ab)
Pantomime:
Überfahrt : blaue Folie breit hochziehen (Meer),
dahinter (drüber) Segelboot langsam von rechts
nach links, Musik einspielen, Orpheus schwingt Segel:
Orpheus:
Land in Sicht! ( Meer einziehen,Vorhang auf, links
verschwinden Griechen, rechts erscheint Medea)
Medea: Halt! Was macht ihr da? Was wollt ihr hier?
Orpheus: Wir suchen das Ende der Welt. Und nun geh
nach Hause, Mädchen!
Medea: Das ist unser Land, und ich habe ein Recht
zu erfahren, was ihr wollt.
Jason: Du hast Mut, Mädchen, das gefällt
mir! Ich will König Aietes sprechen. Kannst du
mich zu ihm führen?
Medea: Natürlich, wenn ich will.
Jason: Und willst du?
Medea: Komm.
Jason: Begleite mich Orpheus. Ihr anderen bürgt
mit eurem Leben für die Sicherheit der Argo.
Lebt wohl, Freunde! Komm Orpheus!
Medea: Ich heiße Medea.
Jason: Ich bin Jason, Sohn des Königs von Griechenland.
Gehst du oft so allein auf die Jagd? Fürchtest
du dich nicht in den dunklen Wäldern?
Medea: Wovor sollte ich mich fürchten? Ich kann
genau so gut schießen wie ein Mann. Pass auf!
( Sie wirft einen Speer Absyrhtos erscheint)
Absyrthos: Was ist Medea? Was wollt ihr von ihr? Lasst
sie in Ruhe! ( Er hebt ein Kampfbeil)
Medea (fällt ihm in den Arm): Nein, nein, Absyrthos!
Er ist ein freundlicher Mann. Bring ihn zu deinem
Vater! Er will den König sprechen. Leb wohl,
Jason.
Jason: Wann sehe ich dich wieder, Medea?
Medea: Sehr bald! ( Alle ab) Vorhang zu/ Vorhang auf
Szene
( Auf der einen Seite Aietes mit Medea, auf der anderen
kommt Absyrtos mit Jason und Orpheus, welche nieder
knien)
Aietes: Was bringst du zu später Stunde, Absyrthos?
Absyrthos: Verzeiht, Vater. Es ist Jason, der Sohn
des Königs von Griechenland, und der Sänger
Orpheus, sein Freund.
Jason,Orpheus: Die Götter mögen Euch beschützen,
König Aietes!
Aietes: Willkommen! Erhebt euch! Ihr seid meine Gäste,
so wie die Götter es uns gebieten. Begrüße
sie, meine Tochter! ( Jason und Orpheus stehen auf,
Medea kreuzt die Arme vor der Brust, legt erst den
Kopf nach hinten, verbeugt sich dann tief vor einem
nach dem anderen.)
Aietes: Ihr habt eine gefährliche Reise hinter
Euch gebracht. Warum verließet ihr euer Land?
Man sagt, ihr seid geflohen. Seltsame Sitten scheinen
bei euch zu herrschen. Bei uns fügt sich jeder
dem Spruch des Königs, keiner wagt es sich seinem
Willen zu entziehen, auch nicht durch Flucht. Was
suchst du in unserem Land, Jason?
Jason: Ich bin gekommen, um das Goldene Vlies nach
Griechenland zurückzuholen.
Aietes: Das Goldene Vlies? Für diesen Wunsch
hast du den Tod verdient! Das Goldene Vlies ist mehr
als ein Schatz. Es ist die Ehre unseres Volkes. Aber
du bist mein Gast und die Götter verbieten mir
dich sogleich zu töten. Woher nimmst du den Mut
eine so ungeheuerliche Forderung an mich zu stellen?
Orpheus: Was ist das für eine Ehre, wenn du Phryxus
ermorden ließest? Wir brauchen das Goldene Vlies,
um das Recht in unserem Lande wiederherzustellen.
Ein Recht, das allen nützt und nicht nur der
Herrschaft des Königs dient.
Aietes: Wenn Könige reden, haben Sänger
zu schweigen. Antworte du, Jason!
Jason: Es ist so, wie er sagt!
Aietes: Der König bewahrt das Recht, also muss
das Recht den König schützen. Höre,
Jason, ich werde dir das Goldene Vlies niemals überlassen.
Nun hast du 3 Aufgaben zu bestehen:
Musst du ein Feld mit zwei feuerspeienden Stieren
um pflügen.
Hast du hier einen Beutel mit Drachenzähnen,
säe ihn in die Furchen!
Zwei liebliche Schlangen bewachen den kostbaren Schatz.
Du wirst gegen die Schlangen kämpfen.
Morgen sei der Kampf! Schlafe wohl in deiner letzten
Nacht, Jason! ( Jason und Orpheus verneigen sich,
ab)
Aietes: Absyrthos! ( tritt auf) Erkunde, wo die Griechen
ihr Schiff verborgen haben, wir werden es versenken!
Absyrthos: Wie Er befiehlt, so soll es geschehen,
Vater. (Beide ab)
Vorhang zu
IM
AUFBAU.. BILDER FOLGEN
4. Szene
Chor: Jason, der Heldenhafte schlief gut,
denn durch Medea wuchs sein Mut.
Gegen der Stiere Feueratem
Half ihre Salbe. Gut beraten
warf er zwischen die Krieger den Stein.
Und so schlugen die auf sich ein,
bis sie tot zur Erde sanken.
Jason ging Medea zu danken.
Medea: Komm mit, Jason.
Jason: Ich danke dir, Medea, dass du uns helfen willst.
Ganz Griechenland wird deine Großmut rühmen!
Medea: Was kümmert mich Griechenland. Ich will
dir helfen. Schick Orpheus fort!
Jason: Warum soll Orpheus gehen?
Medea: Schick ihn fort, wenn du mich liebst.
Jason: Orpheus, geh zu den anderen aufs Schiff.
Orpheus: Wir müssen zusammenbleiben, Jason!
Jason: Geh, Orpheus! (Orpheus ab)
Medea: Versteck dich unter dem Tuch und bleibe so
lange darunter, bis ich dich rufe!
Jason: Wieso?
Medea: Tu, was ich dir sage um meinetwillen!
(Wirft Tuch über ihn) Hekate! Hekate! Hilf mir,
Hekate! ( Die Zauberin Hekate erscheint aus dem Dunkel,
Musik)
Hekate: Fluch dem Fremden, der mein Gesicht erblickt!
Medea: Ich bin es.
Hekate: Du, Medea, was willst du von mir?
Medea: Ein griechischer Jüngling ist gekommen,
um das Goldene Vlies zu holen.
Hekate: Ich weiß.
Medea: Aber ich liebe ihn.
Hekate: Was verlangst du von mir?
Medea: Gib mir ein Mittel gegen die Schlangen!
Hekate: Ich warne dich. Dein Vater, dein Bruder, dein
ganzes Volk werden dich darum hassen! Du wirst deine
Heimat verlieren und deinem Bruder den Tod bereiten.
Willst du diesen Preis zahlen?
Medea: Ja, ich will! Hilf mir Hekate!
Hekate: Wo ist der griechische Jüngling, ich
möchte ihn sehen.
Medea: Nein, Jason, zeige dich nicht! Dein Gesicht
würde verbrennen!
Jason: Ich gehorche, Medea!
Hekate: Du bist klug, Medea! Ich werde dir helfen!
Nimm diesem Wacholderzweig. Wenn du damit die Schlange
berührst, fällt sie in tiefen Schlaf. Aber
beeile dich! Ich warne dich, Medea! (Hekate ab)
Medea: Dank dir, Hekate! Jason, folge mir!
Jason: Mit wem hast du gesprochen, Medea?
Medea: Stell keine Fragen! Siehst du dort drüben
das Goldene Vlies? Es leuchtet im Mondschein. Komm,
Jason. Vorsicht! Die Schlangen!
Schlange: Wer du auch bist, ich kenne dich nicht.
Wen ich nicht kenne, verbrenne, verbrenne!
Medea und Jason: Hekate hilf! Hekate hilf! (Sie weichen
der Schlange aus)
Schlange: Wer du auch bist, ich kenne dich nicht.
Wen ich nicht kenne, verbrenne, verbrenne!
(Zischendes Geräusch, Jason schlägt mit
dem Zweig zu, die Schlangen sinken zusammen.)
Medea: Vorsicht, sie schlafen. Beeil dich Jason! Hol
das Vlies!
(Jason steigt auf Baum, Schlange erwacht, er schlägt
mir Zweig, Schlange sinkt zusammen)
Jason: Ihr Götter seid bedankt! Schnell Medea,
Aufs Schiff! Du musst bei uns bleiben!
Medea: Ich weiß Jason. (Sie laufen weg, Aietes
und Absyrthos treten auf)
Aietes: Wo ist das Goldenen Vlies? Er hat das Goldene
Vlies gestohlen! Fluch über euch, Schlangen!!
(Die Schlangen brechen zusammen)
Absyrthos: Da, Vater, sie fliehen! Jason und ...
Aietes: sein Sänger Orpheus!
Absyrhtos: Nein, es ist Medea!
Aietes: Medea? Mein eigen Fleisch und Blut hat mich
verraten! Eine furchtbare Strafe soll dir werden,
Medea! Setze ihnen nach, Absyrtos! Bing Medea und
das Goldene Vlies zurück! Bring sie zurück,
unser eigenes Volk wird uns sonst töten!
Absyrtos: Ja, Vater, ich werde sie bringen! (Beide
in verschiedene Richtungen ab) Vorhang zu
5. Szene Vorhang auf
(
Schiff an der einen Seite, an der anderen Fels)
Athene: Wacht auf, ihr Argonauten, wacht auf, Gefahr
ist im Verzuge!
Orpheus: Das kommt Jason, er trägt das Goldene
Vlies! Wir haben gesiegt!
Athene: Doch wer ist bei ihm?
Orpheus: Das ist Medea. Was will sie bei uns?
(Medea und Jason kommen von unten auf die Bühne
gelaufen)
Jason: Macht das Schiff klar, wir müssen los!
Orpheus: Was soll Medea bei uns auf dem Schiff?
Jason: Sie bleibt bei uns, wir brauchen sie nicht!
Orpheus: Verzichte auf Medea, sie bringt Unglück!
Jason: Sie hat uns geholfen. Ich liebe sie, sie ist
meine Frau!
(Trommeln, unten von der anderen Seite erscheint Absyrtos,
Lichtkegel zu ihm)
Absyrtos: Halt Griechen! Hört das Wort meines
Vaters! Gebt Medea und das Goldene Vlies heraus! Fall
ihr euch weigert, werden euch meine Äxte zerschmettern!
(Er schwingt riesige Beile, betritt die Bühne)
Jason(zu Medea): Gib mir dein Tuch und versteck dich
im Schiff!( geht zu Absyrthos)
Absyrtos: Du hast uns verraten, Medea. Aber ich werde
um dich weinen, was auch immer geschieht. Komm!
Jason: Wein um dich selbst! (Erschlägt ihn mit
dem Schwert, springt ins Schiff)An die Ruder!
(Meer wird hoch gezogen, Schiff mit Jason, Medea,
Orpheus zieht vorüber)
Orpheus: Seht, wie das Morgenrot fliegt leuchtend
um Mastbaum und Heck! Keiner die Argo besiegt
Wellen, tragt uns hinweg!
Chor:
So endet mit Mord die blutige Fahrt.
Kann so einer Liebe von göttlicher Art
ein glückliches Ende vorausgesagt sein?
Die traurige Antwort lautet hier: Nein!
Sie nahmen das Schwert
Und ihr Bund ward entehrt.
Mögen die Griechen im heutigen Jahr
Feiern in Frieden Olympia! |